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Chef oder Vorgesetzter niest – sagt man noch „Gesundheit“?

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Ein herzhafter Nieser – manchmal sehnt man ihn sich herbei, manchmal kommt dieser Reflex wie eine Naturgewallt über einen. Hatschi!

Gesundheit!“ hallte es nach einem solchen lauten Ausstoß oft vom Gegenüber zurück. Doch wer niest, ist in den seltensten Fällen krank.

Dennoch war es lange Zeit ein Ausdruck von guter Kinderstube, wenn man brav dem Niesenden eben jene Gesundheit wünschte – egal ob nun einem Freund, Familienmitglied, einem Arbeitskollegen oder eben dem Chef.

Was im Kreise der Familie geschieht, ist Privatsache und kann natürlich gehandhabt werden, wie es seit jeher üblich war. Selbiges gilt für die engsten Mitarbeiter, mit denen man regelmäßig arbeitet und die derselben Hierarchiestufe angehören.

Doch wie sieht es in der modernen Geschäftswelt aus, wenn Vorgesetzte oder gar der Boss im persönlichen Gespräch oder gar in großer Runde, bei einem Meeting, mal niesen muss?

Sagt man noch „Gesundheit“, wenn der Chef niest?

Überraschung:  Nein, man sagt gar nichts!

Zumindest gilt diese Verhaltensweise gemäß dem modernen Knigge, der ja seit seiner Einführung als Instanz für Benimmregeln in Deutschland gilt. Es wird demnach keine Reaktion mehr erwartet vom Gegenüber, wenn man selbst niest. Das Gegenteil ist der Fall.

Wer niesen muss, entschuldigt sich kurz dafür!

Was Generationen von Kindern als höfliche Umgangsform eingeimpft worden ist, gilt heute also nicht mehr. Dennoch kann es auch weiterhin als Zeichen von Höflichkeit und guter Erziehung vom Chef, dem Vorgesetzten oder dem Personaler beim Bewerbungsgespräch gewertet werden, wenn der Angestellte oder Bewerber nach einem Nieser mit einem „Gesundheit“ retourniert.

Somit zeigt man, dass man „die alte Schule“ zumindest noch mitbekommen hat und theoretisch weiß, was sich gehört und was nicht. Das fällt mitunter positiv auf einen zurück – wenn man es mit eher konservativen, älteren Semestern zu tun hat.

Zu wem sagt man „Gesundheit“ nach dem Niesen und zu wem nicht?

Da in Deutschland keine einheitliche Praxis mehr existiert, kann man sich im Geschäftsleben wie folgt orientieren: Ist der Niesende nach 1995 geboren, sagt man einfach nichts.

Ist der Niesende vor 1995 geboren und ist einem vorgesetzt, so fährt man im Vieraugengespräch oder in kleiner Runde oftmals besser, wenn man Ihm noch „Gesundheit“ wünscht. Bei Meetings in größerer Runde hingegen sollte man sich mit Gesundheitswünschen zurückhalten – sie stören nur unnötig und im Zweifelsfall fällt eh keinem auf, dass man nicht der 13. Anwesende war, der den Nieser entsprechend kommentieren musste.

Übrigens: Wer sich mal auf Geschäftsreise in Spanien befindet, kann damit glänzen, wenn er einem spanischen Geschäftskontakt auf einen Nieser ein „Jesús!“ entgegnet. Anders als in Deutschland gilt dies uneingeschränkt als höflich.


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