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Pflegepersonalstärkungsgesetz – mehr Geld, Jobs, bessere Arbeitsbedingungen?

Pflegepersonalstärkungsgesetz – mehr Geld, Jobs, bessere Arbeitsbedingungen?

Pflegepersonalstärkungsgesetzt

Das Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG) wurde unlängst vom Bundestag verabschiedet und soll bessere Bedingungen in der Krankenpflege und der Altenpflege schaffen. Mehr Stellen – für z.B. Altenpfleger und Gesundheits- und Krankenpfleger – sollen geschaffen werden. Auch sollen Krankenkassen für zusätzliche Gesundheits- und Krankenpfleger in Krankenhäusern aufkommen. Was mit dem kurz als ‘Pflegegesetz‘ abgekürzten Pflegepersonalstärkungsgesetz alles beschlossen wurde und was das für Menschen in Pflegeberufen bedeuten, erfährst du in diesem Artikel.

Das Wichtigste zum  Pflegepersonalstärkungsgesetz in Kürze

  • In der Altenpflege werden 13.000 neue Jobs geschaffen und finanziert.
  • Das Pflegepersonal wird in Krankenhäusern fortan nicht mehr aus den Fallpauschalen bezahlt. Jede Pflegekraft wird dadurch zum Nullsummenspiel für Hospitäler. Diese haben dadurch keinen Grund mehr, an Gesundheits- und Krankenpflegern sowie Pflegeassistenten zu sparen.
  • Tariferhöhungen in der Krankenpflege werden vollständig refinanziert.
  • Medizinische Behandlungspflege in den Pflegeheimen teilweise von den Krankenkassen refinanziert

Hauptkritikpunkte am Pflegepersonalstärkungsgesetz

Kritik am Pflegegesetz aus diversen Richtungen (Politische Parteien, Verbände, Einzelmeinungen, etc.) haben wir im Folgenden mal zusammengetragen.

  • Die Krankenpflege steht im Fokus, Altenpflege wird vernachlässigt
  • Die Schließung von meist kleineren Krankenhäusern wird weitergehen
  • Eine Verbesserung der Pflegesituation im ländlichen Raum wird nicht erreicht.
  • Die Anreize für Menschen eine Ausbildung in einem Pflegeberuf zu beginnen wurden nicht verbessert.
  • Der Fachkräftemangel in der Pflege bleibt unverändert. Es kann kein Personal eingestellt werden, was es nicht gibt.
  • Der Wettkampf zwischen finanziell gut ausgestatteten Kliniken und Heimen um Pflegefachkräfte wird angeheizt. Die Qualität der Pflege in der Fläche nimmt dadurch ab und für eh schon unterfinanzierte Häuser im ländlichen Raum beginnt eine Abwärtsspirale.
  • Pflegekräfte aus dem Reha-Bereich und der ambulanten Pflege werden nicht ausreichend berücksichtigt und drohen in die stationäre Pflege der Krankenhäuser abzuwandern.
  • Personaluntergrenzen sind wirkungslos
  • Pflegebedarfsbemessungsinstrumente, um den tatsächlichen Bedarf auch zu ermitteln schafft das Gesetz nicht.
  • Es fehlt ein Pflegegesamtkonzept, sowie eine Pflegeversicherung

Jobs für Altenpfleger und Krankenpfleger

Den Pflegenotstand kann man nicht per Gesetz beheben!

Dass das neue Pflegegesetz nicht alle Probleme in der Pflege lösen können wird, war von vorhinein klar. Dazu ist das Problem zu komplex und nur im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Diskursen zu lösen. Auch ein Gesetz ändert keine Umstände von heute auf Morgen. Es ist ein Prozess. Es liegt jetzt an jedem einzelnen Bundesbürger, ihn zu entwickeln, anzupassen und das Thema durch ständigen Druck im öffentlichen Gedächtnis zu behalten.

Es gibt zu wenig Nachwuchs und Deutsche leben einfach immer länger, werden öfter krank und benötigen mehr Pflege. Gleichzeitig kann diese nicht mehr von Familien geleistet werden, die oft Hunderte Kilometer von Ihren Eltern entfernt – oder gar im Ausland wohnen; dann aber oft in Städten und nicht auf dem Land. Dort bleiben die Alten zurück – und benötigen Pflege. Pflege kann man jedoch nicht digitalisieren, maschinell erledigen oder in ein Drittweltland “outsourcen“

Dieser kurze Absatz legt bereits die gesamte Krux an der Sache dar: Ein Gesetz aus der aktuellen Situation heraus wird diese komplexe gesellschaftliche Problematik nicht lösen. Erst, wenn eine Pflegekraft so viel verdienen kann, wie ein Maschinenbauer, ein Softwareingenieur oder ein Pharmareferent, dann spiegelt sich darin der Wert und die Wertschätzung wieder, die genügend Menschen für Pflegeberufe begeistert kann. Für alle anderen Lösungen braucht es schlichtweg mehr Kinder und somit potentielle Arbeitskräfte.

Quelle(n):1;2;3


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