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Das dritte Geschlecht hält Einzug ins Arbeitsleben

Stellenangebote: Was bedeutet das ‚d‘ in (m/w/d)?

Divers-Drittes-Geschlecht-Jobanzeigen

Stellenausschreibungen mit dem Kürzel (m/w/d) findet man immer häufiger – doch für was steht das ‚d‘? Warum findet man manchmal ein ‚x‘ oder ein ‚i‘ und warum sind die Kürzel überhaupt notwendig?

Eine große Discounter-Kette suchte neulich mit einem Schild an der Kasse nach neuen Mitarbeitern: „Bewirb dich als Kassierer (m/w/d)“ stand auf dem kleinen Schildchen. Eine Kundin (etwa Mitte 20) hob es hoch, schaute Ihre Freundin mit einem verständnislosen Blick an und fragte: “d, was soll denn das bedeuten?“.

Dass die Dame, wusste, dass das ‚m‘ für männlich und dass ‚w‘ für weiblich steht, davon kann man ausgehen – doch mit einem ‚d‘ hinter einem Jobangebot, wie man es neuerdings immer häufiger liest, konnte sie offenkundig nichts anfangen. Was hat es mit diesem Zusatz auf sich? Zeit, mal etwas über das dritte Geschlecht aufzuklären, von dem erstaunlich viele Bundesbürger noch gar nichts mitbekommen haben.

Das ‘d’ in Stellenangeboten steht für ‚divers‘

Seit Neustem können Eltern Kinder, die weder eindeutig Junge, noch eindeutig Mädchen sind als ‘divers‘ ins Geburtenregister eintragen lassen. Möglich macht dies eine Änderung des Personenstandsgesetzes, zu der das Bundesverfassungsgericht den Gesetzgeber aufgefordert hatte.

Mitunter spricht man auch vom ‚dritten Geschlecht‘ oder ‚Intersexualität‘ in Bezug auf Menschen, die weder gänzlich als weiblich oder männlich gelten. Man schätzt die Zahl der Intersexuellen in Deutschland auf ca. 0,2 % der Gesamtbevölkerung.

Auf exakt diese zwischengeschlechtlichen / drittgeschlechtlichen Arbeitnehmer zielen Unternehmen ab, wenn sie in Stellenanzeigen zusätzlich ein „d“ einfügen.

Die Kürzel (m/w/x) oder (m/w/i) meinen in Stellenangeboten ebenfalls das dritte Geschlecht

Nichts ist so traditionell verankert in Deutschland, wie das Bild der Geschlechter. Neben Mann und Frau noch ein drittes Geschlecht für möglich zu halten, ist für die Mehrheit der Menschen unglaublich schwierig. So vermischen sich häufig auch Bezeichnungen und Bedeutungen. Transgender, Queer Identität, Zwitter, Transsexualität – all das sind Begriffe, die mitunter in den Köpfen in Bezug auf ein drittes Geschlecht zusammengeworfen – und je nach Wissensstand mit einer anderen Bedeutung verstanden werden. Oftmals sehr schwer zu trennen sind dabei die Bereiche der Sexualität und Identität.

Fest steht: wenn in einer Stellenanzeige neben dem (männlich) und weiblich (w) noch ein drittes Wort oder eine Abkürzung auftaucht, meint sie das dritte Geschlecht. Hier will ein Unternehmen absolut ausschließen, dass sich irgendjemand auch nur ansatzweise in Bezug auf sein Geschlecht diskriminiert fühlen könnte, was die Vergabe des neuen Jobs angeht.

Das ‘x‘ bei Stellenangeboten stammt dabei aus der bisherigen Praxis, dass im Einwohnermelderegister bei unklarem Geschlecht zunächst keine Eintragung erfolgte – die jedoch später nachzuholen war. Bei der Datenübermittlung wurde jedoch an dieser Stelle ein X verwendet.

Das ‘i‘ steht in Jobanzeigen für Intersexualität. Das Präfix ‚inter‘ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ‚zwischen‘.

Symbole für das dritte Geschlecht

Die meisten kennen sicherlich das weibliche Venus-Symbol ♀ und das männliche Mars-Symbol ♂.

Für Menschen mit dem Geschlecht divers ist die Kennzeichnung durch ein Symbol nicht ganz so einheitlich. Wenn du auf Jobsuche oder auf der Arbeit irgendwann auf eines der folgenden Symbole stößt, können sie allesamt für das dritte Geschlecht stehen.

  • ⚥- Eine Kombination aus Mars- und Venus-Symbol
  • ☿ – Merkur als Symbol für divers-geschlechtliche Personen
  • ⚧ – Auch dieses Transgender-Symbol wird gelegentlich verwendet.

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